Energieanalyse für Gewerbe: Lastprofile und Sparpotenziale

In einem laufenden Projekt werte ich Strom-, Gas- und Wärmedaten eines Gewerbebetriebs aus, verknüpfe sie mit Betriebsabläufen und Wetterdaten und leite daraus Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs ab. Grundlast, Lastspitzen und verbrauchsstarke Prozesse werden dabei getrennt erfasst, sodass sich zeigt, welche Anlagen, Betriebszeiten und Lastspitzen die Energiekosten bestimmen. Das bildet die Grundlage für die Auswahl der Einsparmaßnahmen.

Ausgewertet werden kontinuierliche Messdaten auf gemeinsamer Zeitbasis: Lastprofile für Strom, Gas und Wärme im 15-Minuten-Raster, Wetterdaten wie Temperatur und Globalstrahlung zur Bereinigung saisonaler Effekte sowie Betriebs- und Belegungsdaten zum Abgleich von Verbrauch und tatsächlichem Bedarf. Aus diesen Daten werden Grund- und Spitzenlast getrennt, Anlagentakte etwa von Blockheizkraftwerken oder Wärmepumpen gezählt und ineffiziente Betriebsmuster bestimmt.

Daraus ergeben sich die Maßnahmen. Leistungsspitzen lassen sich über Lastmanagement reduzieren, was die Netzentgelte senkt. Bei der Grundlast werden Standby- und Dauerverbraucher außerhalb der Betriebszeiten abgeschaltet. Heizung, Kühlung und Lüftung werden über eine Bedarfskopplung an Belegung und Wetter ausgerichtet, und das Takten von BHKW, Wärmepumpen und Speichern wird an den realen Bedarf angepasst. Die ermittelte Last- und Verbrauchsstruktur dient zudem als Basis für die Prüfung von Energie- und Netzentgeltkonditionen.

Die Auswertung ist fortlaufend angelegt: Maßnahmen werden umgesetzt, ihre Wirkung im Lastprofil überprüft und nachgesteuert, und Änderungen im Betrieb oder bei den Energiepreisen werden in der weiteren Auswertung berücksichtigt.