Motorsteuergeräte: Softwareanalyse, Kennfelder und Reverse Engineering

Als technischer Sachverständiger habe ich in einem Gerichtsverfahren die Motorsteuersoftware führender Automobilhersteller analysiert. Gegenstand war, wie die Motorsteuersoftware von Dieselmotoren die Abgasnachbehandlung und das Emissionsverhalten steuert. Aufgabe war es, die relevanten Steuergerätefunktionen technisch nachvollziehbar darzustellen und gegen reale Messdaten zu plausibilisieren.

Dafür kamen mehrere Verfahren zum Einsatz, die miteinander kombiniert wurden: statische und dynamische Softwareanalyse der Steuergerätesoftware, Reverse Engineering zur Identifikation der relevanten Funktionen und Routinen sowie eine Kennfeld- und Parameteranalyse. Bei der Kennfeldanalyse wurden die Kennfelder über Drehzahl und Last ausgelesen und interpretiert, unter anderem für Einspritzung, Abgasrückführung und SCR- bzw. AdBlue-Dosierung. Untersucht wurden außerdem die Abgasnachbehandlung sowie die Betriebs- und Umschaltbedingungen.

Die Software-Sollwerte wurden mit realen Messdaten abgeglichen, mit Bezug auf NOx-Emissionen sowie RDE- und Prüfzyklen. Die Ergebnisse flossen in technische Gutachten und Plausibilitätsberichte ein, die die Funktionsweise der Software für das Verfahren darstellten. Das Verfahren endete mit einem Vergleich.